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Das Farmlab, als integrierter Bestandteil des Lebensmittelinnovationszentrums Tirol, fokussiert sich auf die Umsetzung von Innovationen in den Bereichen Pflanzenbau und Tierhaltung.
Das Farmlab soll heimische Landwirt:innen weitestgehend risikofrei in die Lage versetzen, Innovationen im Bereich der Urproduktion gemäß dem Ansatz „test before invest“ erproben zu können. Folgende Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung
Bachsaibling
Um der steigenden Nachfrage seitens Gastronomie nach Filetfischen zu begegnen, wurde das Farmlab-Projekt „Bachsaibling“ initiiert. Produktionstechnisch ist die Erzeugung von Filets aus dem Kwell-Saibling erschwert, da die Elsässer Saiblinge vor Erreichen des gewünschten Schlachtgewichts geschlechtsreif werden und somit hohe Ausfälle auftreten. In Kooperation mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling mästen zwei Produzenten triploidisierte Bachsaiblinge seit Augenpunkteier- bzw. Setzlingsstadium und protokollieren die Entwicklungen.
Projektabschluss 2025: In der praktischen Umsetzung 2025 zeigte sich, dass die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Weiterführung eingeschränkt waren. Begrenzte Verfügbarkeit von triploidem Besatzmaterial, Herausforderungen in der Zusammenarbeit und Dokumentation führten dazu, dass die Projektziele nur teilweise erreicht werden konnten. Trotz des frühen Projektendes lieferte das Vorhaben wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte zur Weiterentwicklung der regionalen Fischproduktion.
Pflanzliche Eiweiße
Die Themen Veganismus und Vegetarismus zeigen, wie stark Ernährung heute mit Moral und Werten verwoben sind. Pflanzliche Eiweißlieferanten gelten nicht nur als gut für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Umwelt und den ganzen Planeten. Obst und Gemüse stellen für Tirol ein absolutes Zukunftspotenzial dar, flankiert von einer hochwertigen und nachhaltigen, wiederkäuerbasierten Fleischproduktion und natürlich auch der in Tirol stark verankerten Milchwirtschaft. Auf Basis dieser Situation ergab sich der Bedarf, dieses Projekt durchzuführen. Die Ziele dabei sind, die Optionen für regionale pflanzliche Proteinquellen zu beschreiben und die Umsetzbarkeit mit ausschließlich in Tirol produzierten Rohstoffen zu prüfen.
Tätigkeiten/Entwicklungen/Meilensteine 2025: Im Berichtszeitraum wurden der „Trockenkochbohnenaufstrich“ hergestellt, inhaltlich überarbeitet und final benannt. Parallel dazu erfolgte die Suche nach geeigneten Produktionspartner:innen, die erfolgreich gewonnen werden konnten. Zur Optimierung der Verarbeitungsprozesse wurde ein Cutter angeschafft und die erforderlichen Testläufe abgeschlossen. Im Jahr 2025 wurde die Bohne zudem erfolgreich an Großküchen vermarktet, wobei ein sehr großes Interesse seitens der Abnehmer:innen verzeichnet werden konnte. Darüber hinaus wurde der Anbau zur Vermehrung des Saatgutes auf weitere Betriebe ausgeweitet. Zwar konnte der Saatgutanbau im Jahr 2025 insgesamt vervierfacht werden, jedoch kam es aufgrund von Hagelereignissen zu Ernteausfällen.
Ausblick 2026: Zur Sicherstellung ausreichender Mengen ist eine Ausdehnung der Saatbauvermehrung im Osten Österreichs vorgesehen. Dabei sollen insgesamt 500 Kilogramm Saatgut wieder retourniert werden, sodass für das Jahr 2027 eine Menge von 300 Kilogramm für den Anbau zur Verfügung steht. Ergänzend dazu wird eine Exkursion sowie ein fachlicher Austausch mit anderen Ländern geplant, um Erfahrungen und Best Practices im Bereich des Leguminosenanbaus zu gewinnen.
Getreide
Die regionale Getreideverarbeitung ist vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an regionale Wertschöpfung, Transparenz und Versorgungssicherheit von hoher Relevanz. Für viele landwirtschaftliche Betriebe stellt der Zugang zu geeigneten Verarbeitungsstrukturen jedoch eine Herausforderung dar. Mobile Getreidemühlen bieten hier eine flexible Möglichkeit, Getreide direkt vor Ort zu verarbeiten und zusätzliche Wertschöpfung zu generieren.
Tätigkeiten/Entwicklungen/Meilensteine 2025: Im Jahr 2025 erfolgte in Kooperation mit Partnern der Landwirtschaftskammer Tirol eine Evaluierung des potenziellen Einsatzes einer mobilen Getreidemühle in Tirol. Zu diesem Zweck fand eine Online-Bedarfserhebung statt, die auf reges Interesse seitens der Landwirt:innen stieß. Auf Grundlage der positiven Rückmeldungen wurde die Planung eines Praxistages initiiert, um die mobile Vermahlung praxisnah vorzustellen und den fachlichen Austausch mit interessierten Betrieben zu ermöglichen.
Ausblick 2026: Für das Jahr 2026 ist die Durchführung eines Praxistages im Rahmen der Tiroler Innovationswoche vorgesehen. Im Zuge dieser Veranstaltung wird eine mobile Kleinmühle der Firma Treffler präsentiert. Interessierte Landwirt:innen erhalten dabei die Möglichkeit, ihr eigenes Getreide direkt vor Ort zu Mehl zu vermahlen, abpacken zu lassen sowie wertvolles Wissen zu erwerben.


